EuGH-Urteil: Deutschlands Datenschutz muss neu organisiert werden

09.03.2010

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass die Abhängigkeit der Datenschützer der deutschen Bundesländer von der Politik deutlich reduziert werden muss. Die bisherigen Gesetze verstoßen gegen EU-Recht und die ganze Struktur muss reformiert werden. In dem am heutigen Dienstag verkündeten Urteil (Az. C-518/07) betont die Große Kammer, dass die EU-Datenschutzrichtlinie die "völlige Unabhängigkeit" der Arbeit der zuständigen Kontrollstellen vorschreibe.

Bundesdatenschützer Peter Schaar fordert auch strengere Regeln für die Datensammlung von Internetunternehmen

08.03.2010

Der Bundesbeauftrage für den Datenschutz, Peter Schaar, fordert, nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung, auch für Firmen wie Google oder Facebook strengere Regeln für die Datensammlung. "Private Datensammlungen großer Unternehmen, zum Beispiel von Google, sind ja schon viel genauer, umfangreicher und aussagekräftiger als das, was durch eine staatlich verordnete Speicherung erfasst wird", sagte Schaar dem Focus. "Was Google macht, ist auch eine Art Vorratsdatenspeicherung, das kann ich nicht anders sehen."

Papier beklagt häufige Diskrepanz zwischen Gesetzgebung und Verfassung

08.03.2010

Nach dem erhöhten Gefahrenpotenzial durch terroristische Angriffe habe der deutsche Gesetzgeber versucht, mit "neuartigen Abwehrmöglichkeiten" wie die Onlinedurchsuchung, die Vorratsdatenspeicherung oder die "automatisierte anlasslose Erfassung aller Kfz-Kennzeichen auf öffentlichen Straßen" zu reagieren, erklärte der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier. Aber: "Einige Gesetze des Bundes und der Länder sind - absichtlich oder unabsichtlich - über das Ziel hinausgeschossen."

McDonald's und Subway verlangen von ihren Franchise-Nehmern tiefe Einblicke in die Intimsphäre

08.03.2010

Die US-Schnellrestaurantketten McDonald's und Subway verlangen von ihren Franchise-Vertragspartnern in Deutschland nach einem Bericht bei spiegel.de Einblicke in die Intimsphäre und die politische Gesinnung. Wer zum Beispiel Partner von Subway werden möchte, müsse der Erstellung eines Prüfberichts "in Einklang mit den Anti-Terror- Gesetzen" wie dem "USA Patriot Act" zustimmen. Dieser Report solle Informationen über "Charakter", "Lebensweise" und "Beziehungen" enthalten.

Datendiebstahl in Lettland: Hackergruppe stiehlt Daten zum Wohle der Allgemeinheit

04.03.2010

In Lettland haben Datendiebe über mehrere Monate hinweg Millionen Datensätze von den Servern des Finanzamtes kopiert. Ihr Ziel war es allerdings nicht, sich persönlich zu bereichern, sondern die Verschwendung und Bestechung in Lettland offenzulegen. So machten die Täter unter anderem Einkommen und Vermögen von Politikern und Amtsträgern öffentlich. Zu dem Datendiebstahl hat sich eine Gruppe namens Volksarmee des Vierten Erweckens bekannt.

spiegel.de vom 03.03.2010

Das Bundesverfassungsgericht kippt das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung

02.03.2010

Das Bundesverfassungsgericht erklärt die Vorratsdatenspeicherungs-Regeln des deutschen Telekommunikationsgesetzes für grundgesetzwidrig und nichtig. Es verstoße derzeit gegen das Telekommunikationsgeheimnis, hieß es in dem Urteil. Die Daten seien nun „unverzüglich zu löschen“, sagte Gerichtspräsident Hans-Jürgen Papier.

Neues Gutachten erklärt Google Street View für teilweise rechtswidrig

02.03.2010

Das Karlsruher Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaft (ZAR) hat für die Landesregierung Rheinland-Pfalz ein neues Gutachten zur Rechtsmäßigkeit von Google Street View erstellt. Das ZAR kam darin zu dem Ergebnis, dass Google Street View "nur unter gewissen Einschränkungen zulässig" sei. Nun sollen die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder prüfen, ob dem Suchmaschinenbetreiber auf der Basis des Rechtsgutachtens weitere Vorgaben zu erteilen sind.

NRW schlägt zu und kauft Steuersünder-CD

01.03.2010

Wie n-tv berichtet, hat die nordrhein-westfälische Bundesregierung sich entschieden und die Daten-CD mit Angaben über deutsche Steuersünder gekauft. Die Verhandlungen über den Ankauf der gestohlenen Daten seien abgeschlossen, teilte das Ministerium mit: "Die Daten-CD liegt seit Freitag der Finanzverwaltung vor." Sie werde nun der Justiz übergeben. Der Preis soll bei 2,5 Millionen Euro gelegen haben. Eine Auswertung könnte dem Fiskus bis zu 400 Millionen Euro an Steuernachzahlungen bringen.

Stuttgart verzichtet auf den Kauf der Steuerdaten-CD

01.03.2010

Die Regierung in Baden-Württemberg hat mehr als drei Wochen über den Ankauf der Steuerdaten-CD mit den Daten von etwa 1700 Steuersündern aus ganz Deutschland diskutiert. Am Samstag sagte Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) schließlich, das Land wolle die Daten nicht kaufen. "Das rechtliche Risiko ist einfach zu groß und nicht überschaubar."

sueddeutsche.de vom 01.03.2010

Trotz Widerstand des EU-Parlaments: EU-Kommission will weiterhin US-Terrorfahndern Daten liefern

26.02.2010

Das umstrittene SWIFT-Abkommen wurde erst kürzlich vom EU-Parlament abgelehnt. Gescheitert war das Abkommen an Datenschutzbedenken des Parlaments. Nun unternimmt die EU-Kommission einen neuen Anlauf, um den USA auch künftig Zugriff auf die Daten europäischer Bankkunden zur Terrorabwehr zu ermöglichen. Dazu soll es eine eine Reihe von Einschränkungen gegenüber dem ursprünglichen Abkommen geben.

zeit.de vom 25.02.2010

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