SWIFT-Abkommen: Bundesdatenschützer Peter Schaar wirft EU "Geheimgesetzgebung" vor
Im Handelsblatt äußerte sich Bundesdatenschützer Peter Schaar kritisch gegenüber dem Abkommen zur Weitergabe der EU-Bankdaten. Das Abkommen sei "undemokratisch" zustande gekommen und "höchst intransparent". "In einer Art Geheimgesetz sollen die Bürgerrechte ausgeschaltet werden", so der Datenschützer. Dem Parlament werde kein Mitspracherecht eingeräumt, eine öffentliche Diskussion verhindert. "Das ist ein massives Demokratiedefizit." Niemand der Beteiligten könne für sich "Legitimität" für sein Handeln beanspruchen. "Nicht einmal der genaue Text ist öffentlich.
Nach Klimadatenklau: Skeptiker stellen Glaubwürdigkeit der Wissenschaftler in Frage
Im ostenglischen Norwich haben Hacker einen Computer der Climate Research Unit der britischen University of East Anglia geknackt. Die Datendiebe luden dabei 72 Publikationen und über 1.000 E-Mails der renommiertesten Klimaforscher Großbritanniens herunter und stellten die Daten auf einem russischen Server online.
Bundeskriminalamt gelingt bisher größte Schlag gegen illegalen Datenhandel
Dem Bundeskriminalamt ist der bisher größte Schlag gegen illegalen Datenhandel im deutschen Internet gelungen. Mit über 200 Einsatzkräften durchsuchten die Ermittler knapp 50 Wohnungen und konnten etliche Computer sicher stellen. Das BKA hatte es hauptsächliche auf die so genannte Gruppe »Elite Crew« abgesehen. Diese soll in ihrem Internetforum unter anderem durch Viren und Trojaner ausspionierte Personen- Konto- und Kreditkartendaten verhökert haben. Außerdem boten die Beschuldigten dort laut den Behörden auch selbst Raubkopien, Malware und Anleitungen für Trickbetrügereien im Web an.
Datenschützer sprechen sich gegen den Einsatz von Google Analytics aus [Update]
Datenschützer von Bund und Ländern wollen verhindern, dass die Betreiber von Internetseiten weiterhin den Webtracking-Dienst von Google Analytics in Anspruch nehmen, im Zweifel sogar unter Androhung von Bußgeldern. Sie befürchten unter anderem, dass Google anhand der IP-Adressen, die sie von den Seitenbetreibern erhalten, Profile von Millionen von Usern mit ihren Interessen, Lebensgewohnheiten und Konsumverhalten erstellen und die Zugangsanbieter diese Profile dann mit Namen und weiteren Stammdaten etwa Adresse, Bankverbindung und Krankenversicherung beschriften.
Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger steht zu Beschwerde gegen Vorratsdatenspeicherung
In einem Interview mit der Berliner tageszeitung (taz) beschreibt die neue Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) die neue Qualität der Überwachung. So verwies sie auf die heimliche Onlinedurchsuchung von Computern und die sechsmonatige anlasslose Vorratsdatenspeicherung aller Telekommunikationsverkehrsdaten. "Das Bundeskriminalamt hat präventive Befugnisse bei der Terrorabwehr erhalten. An all das haben wir in den 90-er Jahren noch nicht einmal gedacht." Leutheusser-Schnarrenberger besetzte bereits in den Jahren 1992 - 1996 den Posten der Justizministerin.
Bundesdatenschützer Peter Schaar: "Wir brauchen klare Leitlinien für den Umgang mit Daten."
Im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt fordert der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar von der Bundesregierung eine Modernisierung des Datenschutzrechts und "klare Leitlinien für den Umgang mit Daten."
Des Weiteren müsse der Beschäftigtendatenschutz überarbeitet werden. "Es fallen immer mehr sensible Informationen über den Arbeitnehmer an, die ihn kontrollierbar machen. Deshalb brauchen wir dringend klarere Regelungen, welche Daten Arbeitgeber über ihre Beschäftigten verarbeiten dürfen."
Kreditkartenskandal: Banken fordern Entschädigung von Visa und Mastercard
In einem Briefentwurf, der dem Handelsblatt vorliegt, fordert der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), dass die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard sich an den Schäden, die durch den Sicherheitsskandal entstanden sind, finanziell beteiligen. Des Weiteren kritisierten die deutschen Banken die mangelhafte Kommunikationspolitik der beiden Unternehmen in den vergangenen Tagen.
Bundesdatenschutzbeauftragter kritisiert Google-Analytics-Nutzung vieler Krankenkassen
Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar spricht sich gegen die Datensammelpraxis vieler gesetzlicher Krankenkassen aus. Laut heise.de hat, stellvertretend für Peter Schaar, das Referat III dutzende Kassen schriftlich ermahnt, nicht mehr auf den Tracking-Dienst Google Analytics zur Erfolgskontrolle zu setzen. Die Nutzung des Google-Analytics-Service durch Website-Anbieter sei "unzulässig, da die derzeitige Konfiguration des Dienstes eine wirksame Wahrnehmung des Rechts auf Widerspruch, Information und Auskunft sowie Löschung der Daten durch den Betroffenen nicht ermöglicht".
Berliner Datenschutzbeauftragter fordert Haft für Datenschutz-Vergehen
Der Berliner Datenschutzbeauftragte Dr. Alexander Dix forderte auf einer Veranstaltung der Humanistische Union, schwere Datenschutzvergehen in Zukunft mit Freiheitsstrafen zu ahnden. Derzeitige Geldstrafen reichen offensichtlich als Bestrafung nicht aus. Vor allem im Bereich des Arbeitnehmerdatenschutz müssen die Strafen verschärft werden. Die Angestellten und Bewerber befänden sich in einer “strukturellen Abhängigkeit” von ihren Arbeitgebern und könnten sich häufig nicht gegen Ausspionierung wehren.
Experten schätzen Gesamtschaden durch Datenklau im Jahr 2009 auf 155 Millionen Euro
Hugo Godschalk, Geschäftsführer der auf Kartensysteme spezialisierten Unternehmensberatung PaySys, schätzt den Schaden durch Datenklau in Deutschland allein in diesem Jahr auf 155 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2007 habe sich damit der Schaden in Deutschland nahezu verdoppelt. Der dramatische Anstieg sei unter anderem dadurch zu erklären, dass immer mehr Verbraucher ihre Kreditkarte nutzen. Des Weiteren werden aber auch die Datendiebe immer professioneller, so Godschalk weiter.
