Im Hanauer Amtsgericht werden Prozessakten wahllos an unbeteiligte Anwälte verschickt

Datum: 
13.11.2009
Ort: 
Hanau
Datenherkunft: 
Amtsgericht Hanau
Organisation: 
Justiz
Typ: 
Fahrlässigkeit
Betroffene: 
Bürger
Anz. Betroffene: 
5.000
Beschreibung: 

Nach der Umstellung auf ein neues Verwaltungsprogramm namens "Eureka" im Hanauer Amtsgericht wurden Prozessakten immer häufiger Anwälten zugeschickt, die nichts mit den entsprechenden Fällen zu tun hatten. So erhielt ein Frankfurter Anwalt, als angeblich Prozessbevollmächtigter, die Akten einer Österreicherin im Rechtsstreit mit einem Mann aus Hanau. Der eigentliche Vertreter ist aber ein Anwalt aus Rosenheim. Amtsgerichtsdirektor Michael Droscha erklärte gegenüber der Frankfurter Rundschau, dass beim Transfer der Daten von mehr als 5.000 Zivilverfahren aus der alten Datenbank in das neue Verwaltungsprogramm wohl ein Fehler passiert sei. Neben der falschen Zuordnung von Anwälten in unbekannter Zahl sei das Verzeichnis zum Standort der Akten durcheinander. Droscha sieht hier jedoch kein Datenschutzproblem, da die Zivilprozesse ohnehin öffentlich sind. Der Frankfurter Anwalt hingegen widerspricht: "Die mündliche Verhandlung ist öffentlich, aber doch nicht die Akten."